Heute gibt es mal wieder einen neuen Eintrag direkt aus dem Urlaub. Diesmal ging es nach Betancuria, wobei wir eigentlich was ganz anderes vorhatten. Wie kam es dazu?

Es war Sonntag und ursprünglich wollten wir an dem Tag im Norden der Insel wandern gehen. Da es aber seit Tagen auf Fuerteventura stark stürmte und das Wandern im Sturm wenig Spaß macht, vor allem, wenn man auf einer freien Ebene wandern müsste, planten wir kurzfristig um. So einfach ist das aber nicht, da fast alle Museen und Ausstellungen am Sonntag hier geschlossen haben. In unserem Reiseführer fanden wir trotzdem etwas interessantes: Die Finca Pepe bei Betancuria. Dort wird Ziegenkäse hergestellt und man kann nicht nur den dort produzierten Käse kaufen, sondern auch von 9 bis 12 Uhr die Herstellung anschauen. Da es aber schon kurz nach 10 war und Google Maps mindestens 70 Minuten veranschlagt hatte, hieß es schnell fertig machen und dann los.

Der einfachste Weg, die Finca zu finden, ist von Norden kommend die FV-30 Richtung Betancuria zu fahren und dann direkt vor dem Ortseingang nach rechts in eine kleine asphaltierte Straße abzubiegen. An der Abzweigung ist auch ein entsprechendes Schild angebracht. Nach etwa einem Kilometer erreicht man die Finca, bei der man auch parken kann. Draußen sieht man schon eine Menge Ziegen, so dass man weiß, dass man hier richtig ist.

Allerdings hatten wir wohl Pech gehabt. Obwohl wir gegen dreiviertel 12 da waren, waren außer einem kleinem Kind und einem doch sehr großen Hund draußen keiner anzutreffen. Wir gingen am Hund vorbei in das Gebäude, in dem viele alte Utensilien lagen, die möglicherweise zur Käseherstellung verwendet werden, sahen da aber auch nur einen jungen Mann im Stall, der außer einem „Ola“ uns ignorierte. Da wir niemanden weiter dort sahen, entschieden wir uns, wieder zu fahren. Schade eigentlich, wir hätten uns die Käseherstellung gerne angeschaut und auch gerne mal probiert. So fuhren wir dann weiter nach Betancuria. Parken kann man in Betancuria kostenlos am südlichen Ortsausgang, wo es ausreichend Parkplätze gibt.

Betancuria war von ihrer Gründung 1404 bis 1834 die alte Inselhauptstadt von Fuerteventura. Gründer der Stadt war Jean de Bethencourt, der als Eroberer die kanarischen Inseln erkundete. Der Ort ist heute allerdings sehr klein, laut Wikipedia lebten 2011 gerade einmal 215 Menschen in Betancuria, viel mehr dürften es auch heute nicht sein. Die Lage der Stadt ist allerdings malerisch. Eingeschlossen von Bergen liegt Betancuria in einem Tal. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilen der Insel ist hier relativ viel Grün zu sehen. Auch werden hier Kartoffeln angebaut, wie wir selbst bestaunen konnten. An einem Sonntag ist die Stadt allerdings trotzdem sehr verschlafen, die meisten Geschäfte hatten geschlossen und auch die meisten Restaurant waren zu unserer Verwunderung geschlossen. Nicole fand natürlich den geöffneten Aloe Vera Shop, in dem sie sich mit Aloe Produkten eindeckte, die bis zu unserem nächsten Urlaub reichen müssen. Anschließend entdeckten wir dann eine Hinweistafel auf einen restaurierten historischen Teil der Stadt, den wir dann auch aufsuchten. Der Baustil hier sieht wirklich toll aus und man kommt sich vor wie in eine andere Zeit versetzt. Auf einem größeren Platz sahen wir dann die Kirche Santa Maria, in der man „Heiligtümer“ betrachten kann. Der Eintritt kostet gerade einmal 1,50 €, was mehr als fair ist. 

Anschließend hatten wir Hunger und fanden dann auch etwas Wunderbares: das Casa Princess Arminda. In einem Hinterhof versteckt werden da leckere kanarische Köstlichkeiten zu kleinen Preisen serviert. Man sollte Zeit mitbringen, da hier alles sehr gemütlich zugeht und der Kellner sich Zeit lässt. Wir bestellten Papas arrugadas, also die typischen kanarischen Kartoffeln mit Mojo Sauce. Diese waren zwar lecker, hätten aber noch mehr Mojo vertragen können. Anschließend ging es noch durch die Gassen zurück zum Parkplatz und weiter mit dem Auto. Wir nahmen allerdings nicht den gleichen Weg zurück, sondern fuhren die FV-30 in südlicher Richtung gen Pajara. Dabei machten wir noch an 2 Aussichtspunkten (Miradors) halt. Der erste ist kurz hinter Vega de Rio Palmas der Mirador Las Peñitas und der zweite war der Mirador del Risco de las Peñas. Bei beiden hat man eine tolle Aussicht auf die Berglandschaft. Vom ersten Mirador kann man auch den Versuch sehen, hier einen Stausee anzulegen, was massiv schief gelaufen ist. Der Stausee verlandete aufgrund des mitgeführten Sediment innerhalb kurzer Zeit.

Den zweiten Mirador konnten wir nicht wirklich genießen. Es stürmte hier so stark, dass Nicole sich nicht mal aus dem Auto traute, da sonst ihr Kleid hochgehoben worden wäre. Ich selbst hatte einige Mühe, gegen den Wind anzukämpfen und bin nach knapp 2 Minuten wieder im Auto gewesen. Somit ging es weiter nach Pajara auf der wunderschönen Bergstraße, bei der es rechts neben uns ziemlich steil bergab ging. In Pajara angekommen fuhren wir gleich weiter zum Hotel.

Alles in allem war es ein schöner Ausflug, auch wenn wir gerne mehr von der Käseproduktion gesehen hätten. Betancuria ist auf jeden Fall ein Ausflug wert.

 

Wie immer hier noch ein paar Bilder: