So, nachdem ich vor zwei Tagen den ersten Teil meiner Erfahrungen mit der Premium Economy bei Air France geteilt habe, folgt hier der zweite Teil. Diesmal allerdings nicht mit Airbus A380, sondern mit der Boeing 777. Als Flugzeug präferiere ich definitiv den A380, weil er aus meiner Erfahrung ruhiger in der Luft liegt als kleinere Flugzeuge, aber vor allem, weil er trotz der vier Triebwerke im Inneren weitaus leiser ist als zum Beispiel die Triple Seven.

Teil 1 der Reise führte mich zuerst nach Paris Charles de Gaulle und von dort weiter nach Shanghai Pudong. Das Flugzeug war hier die kürzere Variante der Triple Seven, die Boeing 777-200ER, von der Air France 25 Stück besitzt, die in 4 unterschiedlichen Konfigurationen rumfliegen. In der Variante, in der ich geflogen bin, waren die Reihen 19 bis 21 in einer 2-4-2 Konfiguration als Premium Economy bestuhlt. Die Premium Economy besteht somit hier aus gerade einmal 24 Sitzen, während diese im A380 mit 38 Sitzen über 50% größer ist und gefühlt durch die 2-3-2 Anordnung auch wesentlich weniger dicht bestuhlt wirkt.

Was allerdings positiv gegenüber dem A380 herausgestellt werden muss ist die Qualität der Sitze und des Interieurs. Man merkt, dass diese Klasse hier neuer ist, vor allem am Zustand und auch am Monitor für das IFE (In-Flight Entertainment). Letzterer ist nicht nur größer, sondern hat auch eine bessere Auflösung und liefert somit das schönere Bild. Der Inhalt des angebotenen Programms ist meiner Meinung nach identisch zu dem im A380. Jedenfalls konnte ich keine gravierenden Unterschiede feststellen.

Nachdem wir aus Paris halbwegs pünktlich los geflogen sind gab es ca. eine Stunde nach Start die erst Mahlzeit. Ich wählte ein Hühnchen in Honigsauce mit Brokkoli und Polenta, was allerdings scheußlich schmeckte. Da es sich um einen Nachtflug handelte, wie in Richtung Osten üblich, versuchte ich anschließend zu schlafen. Wie schon im A380 misslang mir das allerdings total. Durch dieses Verschieben der Sitzfläche kam ich in keine bequeme Schlafstellung und konnte vielleicht eine halbe Stunde schlafen. Somit überbrückte ich den Rest des Fluges mit Filme schauen.

Kurz vor der Landung gab es noch ein Frühstück, was ich wieder ablehnte, da nicht für mich dabei war, was ich irgendwie lecker fand.

Überpünktlich in Shanghai angekommen ging dann bei der Einreise alles super schnell, die Koffer kamen pünktlich am Gepäckband an und ich war mit dem Taxi schon kurz nach 9 Uhr am Hotel, wo ich allerdings noch zwei Stunden auf ein Zimmer warten musste.

Bilder von Shanghai und Nanjing werde ich zu einem späterem Zeitpunkt mal hier posten.

Zurück ging es dann von Nanjing mit China Eastern nach Peking und dann wieder mit Air France über Paris nach Berlin.

Der Flug von Peking nach Paris war wieder eine Boeing 777, allerdings diesmal die größere Version 777-300ER. Von der um etwa 10 m längeren Variante besitzt Air France 43 Stück in der Flotte, die in 4 unterschiedlichen Konfigurationen geflogen werden. Die Sitzanordnung war wieder 2-4-2, insgesamt gab es aber 28 Premium Economy Sitze, was daran lag, dass jeweils an den Außenseiten 2 Extra-Sitze knapp hinter den Türen waren. Ich würde nicht zu diesen raten, obwohl sie mehr Beinfreiheit bieten. Zum einen ist der Bildschirm in den Armlehnen verstaut, so dass man diesen ausklappen muss und ich diese Sitzposition zum Video anschauen nicht bequem finde. Dazu kommt, dass man beim Start und bei der Landung den Monitor verstauen muss und somit kein Entertainment in Form von Filmen oder Serien hat. Außerdem haben die Sitze kein Fenster, auch wenn man an der Außenwand sitzt.

Trotzdem gefiel mir die Anordnung besser als die in der 777-200ER. Warum? Nun, die Toiletten waren gleich am Beginn der Premium Economy Klasse. Bei der 200ER musste man durch die halbe Economy laufen, um auf die Toilette zu gehen. Bei einem 10 Stunden Flug lässt sich das nun einmal nicht vermeiden.

Was war an dem Flug von Peking nach Paris so besonders? Normalerweise sind Flüge von Ost nach West ja Flüge, die am Tage durchgeführt werden. Man steigt z.B. um 9 in Tegel in ein Flugzeug nach New York und ist um 12 Mittags dort. Dieser Flug begann allerdings um 01:45 in der früh und wir waren gegen 6:00 Uhr morgens in Paris. Somit musste ich versuchen, irgendwie zu schlafen, wenn ich meinen Tag-Nacht Rhythmus nicht komplett aus dem Gleichgewicht bringen wollte. Kurz nach dem Start wurde wieder Essen serviert, diesmal stilecht chinesisch, was sogar relativ lecker war. Anschließend versucht ich zu schlafen und siehe da: Es klappte sogar recht gut. Insgesamt 5 Stunden konnte ich schlafen, was für mich in einem Flugzeug wirklich viel ist. Offenbar war ich so müde, dass die unbequeme Schlafstellung relativ egal war.

Kurz vor der Landung gab es wieder Frühstück, was ich dankend ablehnte. Und nur 4 Stunden später war ich dann schon wieder zu Hause.

 

Fazit

Insgesamt kann man sagen, dass das Produkt Premium Economy bei Air France ganz gut ist. Gerade für Flüge, die tagsüber stattfinden, wie von Europa in die USA oder von China nach Europa, sind diese eine echte Alternative zur Business Class, vor allem, wenn man auf den Preis achten muss oder will.

Leider vernachlässigt AF den A380, da diese ja bald ausgeflottet werden sollen und somit ist die Qualität dort nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Allgemein müsste AF beim A380 jetzt Geld in die Hand nehmen und die Kabine neu ausrüsten, was wohl kaum noch passieren wird, zumindestens nicht mehr bei den geleasten Modellen. In der Boeing 777 ist die Premium Eco signifikant besser.

Allerdings sehe ich noch Verbesserungspotenzial bei der Premium Economy bei Air France. Zum einen war das Essen definitiv verbesserungswürdig. Ich erwarte kein haut cuisine in dieser Klasse, aber etwas mehr Auswahl sollte schon sein. Andererseits ist bei anderen Fluggesellschaften der Zugang zur Business Lounge schon inklusive. Bei Air France soll man pro Person immer noch mindestens 25 Euro zahlen, was meiner Meinung nach vollkommen überteuert ist.

Hier noch einige wenige Impressionen:

Premium Economy Class in der Boeing 777

Bild 1 von 3

Premium Economy Class in der Boeing 777